Donnerstag, 6. November 2025

Blau, Blau, Blau - Blau auf ...

Urlaub ist, wenn du um 2:30 Uhr aufstehst und ca. 5 Minuten später erfährst, dass dein Flug gecancelt wurde und du auf den Folgetag von der Airline umgebucht wurdest. Grund dafür, irgend so ein Larry der mit seiner Drohne am Flughafenfeld Bilder von seinem Lagerfeuer machen wollte oder so ...

Aber was solls, bleiben wir halt nen Tag länger in Berlin und entsprechend auch einen Tag weniger im Zielland - warum sollte man auch Sachen in Anspruch nehmen können, für die man bezahlt hat und keinen Anspruch auf Erstattung hat.

Mit gut 24 stündiger Verspätung ging es von Berlin nach Amsterdam, ehe wir nach weiteren knapp 24 Stunden endlich in Willemstad landeten - der geneigte Erdkundefan weiß nun Bescheid - wir sind auf Curacao.

Highlight der Anreise mit weitem Abstand wieder einmal der BER - auf Grund eines Systemfehlers bei einem externen Anbieter ging das Einchecken zunächst nicht problemlos. Dies hatte zu Folge, dass man händisch die Namen und Anzahl der Gepäckstücke notieren musste. Zusätzlich ist die Lautsprecheranlage am BER defekt gewesen, weshalb keine Durchsagen zu den Fliegern erfolgen konnten. Und natürlich war es Sonntagmorgen, so dass die WISAG mit einer minimalen Rumpfbesetzung und ausschließlichen Fachkräften am Flughafen arbeiteten ...

Der Flughafen Amsterdam war da schon um Längen besser organisiert - der Flug von Amsterdam nach Willemstad verlief trotz einer immensen Anzahl an Kleinkindern an Bord verhältnismäßig ruhig und auch die Einreise gestaltete sich unkompliziert.

Nach der Übernahme unseres Mietwagens und einem kleinen Abstecher in den Supermarkt neigte sich der erste Tag auch schon dem Ende entgegen.

Um uns mit Land und Leuten vertraut zu machen, starteten wir am kommenden Morgen mehr oder minder direkt mit einer Tour zum Playa Porto Marie im Westen der Insel. Weißer Sandstrand, türkises Wasser und ein Barkeeper aus Berlin ... Zum reinkommen in den Urlaub ganz nett, uns wurde allerdings sehr schnell bewusst, dass wir zwar Taucherbrille, Schnorchel etc mit an den Strand geschleppt haben, allerdings keine Sachen, die irgendwie als Zeitvertreib zwischen den Schnorchelgängen dienen könnten. Nachdem wir mit einiger Mühe zumindest den halben Tag zeitlich am Strand totschlagen konnten, traten wir den Rückweg an und erkundeten ein wenig die Hauptstadt Willemstad.
















Die Innenstadt gehört lauf UNESCO zum Weltkulturerbe und ist auch entsprechend gepflegt - ein Blick in die Hinterhöfe offenbart aber auch einen massiven Leerstand und eine gewisse schwächelnde Wirtschaft. Man ist mehr oder minder auf Kreuzfahrttouristen - gerade Amerikanische - ausgelegt, weshalb sich eine Neubaumall inklusive Casino an die Andere reiht. Corona hat gerade wegen der Spezialisierung auf den Tourismus auch deutlich Spuren hinterlassen - vielerorts stehen Gebäude halb fertig rum.








Curacao wurde in der Vergangenheit zwischen den einzelnen Nationen wie ein ungeliebtes Stiefkind hin und her gereicht und zeitgleich massiv ausgebeutet. Erst die Spanier, dann die Portugiesen, dann die Niederländer, dann die Briten und zuletzt und bis heute die Niederländer. Diese Kulturvielfalt spiegelt sich auch im Stadtbild und den Menschen wieder. Eine kunterbunte Mischung, wobei der Niederländische Einfluss doch am stärksten zu vernehmen ist. 

Leicht an der Sprache, dem Essen und dem unverhohlenen Angebot an Rauchmittel auf der Straße zu erkennen. Es wurde sich sehr liebevoll mehrfach nach meinem potentiellen Interesse an "Herbs" erkundigt und auch aktiv Kokain angeboten. Gastfreundlich sind sie ja. Also ein alles andere als problematisches Stadtbild - wobei Fritze sich sicherlich auch wegen der Indigenen hier unwohl fühlen würde ...


Am Dienstag fuhren wir in den Norden der Insel nach Kleine Knip. Ein von Felsen umgebener kleiner Strandabschnitt. Diesmal waren wir deutlich besser vorbereitet und konnten den Tag entspannt am Meer verbringen. Die Unterwasserwelt rund um Curacao ist berühmt und beliebt, allerdings in den letzten Jahren auch massiv in Mitleidenschaft gezogen worden. Von den bunten, malerischen Riffen ist kaum noch etwas übrig geblieben, dennoch konnten wir einige Fische und auch einen gefleckten Adlerrochen aufspüren. Am Horizont konnten wir ebenfalls eine Schule von Delfinen beobachten. Die vielerorts angepriesenen Schildkröten blieben uns bisher allerdings verwehrt.


















Mittwoch hieß es in die See stechen und nach Klein Curacao übersetzen. Klein Curacao ist ein unbewohntes Eiland südöstlich des Festlands. Früher als Phosphatabbaugebiet und Quarantänestation für Sklaven genutzt, dient es heute ausschließlich dem Tourismus. Die Insel ist umgeben von Korallenriffen und Unterwasserhöhlen. Daneben nisten unzählige Tierarten hier relativ unbehelligt und geschützt vor der Außenwelt.

Die knapp 2 Stündige Überfahrt war etwas rauer und forderte auch direkt 1-2 Opfer an Bord. Uns erging es allerdings sehr gut und so starteten wir direkt mit Ankunft an der Insel unseren ersten Gang ins Wasser. Gute 45min später war die Ernüchterung doch relativ groß. Die angepriesenen Korallenriffe waren zu großen Teilen tot und auch die Zahl an Fischen bzw. Arten hielt sich in einem sehr überschaubaren Rahmen. Als ob der Touranbieter dies erahnt hätte, hatte er vorsichtshalber ab der Mittagszeit eine Open-Bar an Board und so gaben wir uns dem Alkohol und der viel zu lauten Musik hin. Die Insel selber und der Strand sind wunderschön, rechtfertigen aber weder den Preis, noch den Aufwand dort hinzukommen. Generell ist Preis-Leistung hier ein Ding, was nicht immer im Einklang ist.











Nach dem einen oder anderen Getränk zu viel endete der Abend relativ frühzeitig für uns und so konnten wir heute gut ausgeschlafen einen Badestopp einlegen und uns aufs Wandern konzentrieren. Natürlich clever bei über 30 Grad Temperatur auch schon in den Morgenstunden und einer Luftfeuchtigkeit von durchschnittlich 80% ...

Ziel des heutigen Vormittags war der Christoffelpark. Der Park ist ein Zusammenschluss ehemaliger Plantagen und beschäftigt sich neben dem Artenschutz auch ein wenig mit der Kultur der indigenen Einwohner, sowie deren Versklavung bzw. grundsätzlich mit dem Thema Sklaverei. Nachdem wir die klimatischen Bedingungen verinnerlicht hatten, entschieden wir uns gegen die Gipfelbesteigung des 375m hohen Sint-Christoffelberg und erkundeten die Wege am Fuße des Berges. Unzählige Mückenstiche später traten wir auch wieder die Rückreise an. Der Park ist nett, aber bei weitem nicht das Geld wert, dass aufgerufen wird. 










Den restlichen Tag nutzen wir noch ein wenig zur Erkundung der Umgebung. Genauer gesagt unseres Viertels Otrabanda, einem Armenviertel, dass durch kulturelle Förderung in den letzten Jahren einen gewissen Aufschwung erlebt.























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