Samstag, 19. September 2020

Call me crazy...

Oder besser gesagt Marie. Was sich im Oktober / November 2019 noch nach einem netten Plan zum Urlaubsausklang 2020 anhörte wird durch Corona 2020 zu einer Tortur für Leib und Seele. Ursprünglich sollte unsere letzte Urlaubswoche 2020 der Ausklang eines Ereignisreichen Urlaubsjahr werden... Pustekuchen, statt Südstaaten wurde es Südsachsen, statt Alaska wurde es Amsterdam und letztlich wird Schottland nun Schottland. Moment! Da wird sich da der Eine oder Andere zu Wort melden - Ihr wolltet doch nach Schottland und nun seid ihr da.

Genau wir sind in Schottland und versuchen nun jegliche unterbliebende Bewegungseinheit der letzten 9 Monate aufzuholen. Als ich an Schottland dachte, dröhnte mir der Schädel von Scotch und Bier - jetzt dröhnt zwar nicht der Schädel, aber dafür hab ich Blasen so groß wie 5 Mark Stücken und die Gelenke eines 70 Jährigen.

Warum nur? Na wegen Marie und ihren tollen Ideen, mit denen sie mich jedes Mal bekommt.

Komm lass nach Schottland fliegen. Komm lass wandern gehen. Komm schon die Landschaft da ist klasse...

Nachdem 48 Stunden vor Abflug keine Reisewarnung für Schottland bestand, konnte die Tasche bzw. der Rucksack gepackt werden und wir machten uns auf den Weg nach Edinburgh. 

Der Flug verlief unspektakulär, am Flughafen nix los, lediglich eine Neuentdeckung konnte gemacht werden - Raucherkabine in Schönefeld nach dem Security-Check... die kleinen Dinge im Leben und so.



Edinburgh niedlich und auch nicht viel mehr, optimales Ziel für ein Wochenende Sightseeing... 









Wir sind ja aber nicht für die Kultur, sondern wegen der Landschaft da, also zogen wir uns nach einer kleinen Runde durch die Stadt auch bei Zeiten zurück, da wir heute Morgen direkt nach Milngavie mussten, einem kleinen Ort nördlich von Glasgow und der Startpunkt des West Highland Ways. Knapp 154 km über Stock und Stein, Straße und Weide... Unser Zuhause für die nächsten Tage.




Es wird empfohlen mit leichten Gepäck zu reisen, na klar man muss den Scheiß ja auch schleppen... In weiser Voraussicht haben wir leicht gepackt und starteten frohen Mutes in unsere erste Etappe von guten 20km von Milngavie nach Drymen.









Unser ach so kluges Packen wurde uns im Laufe des Tages aber doch irgendwann zum Verhängnis, da auch knapp 13 Kilo auf dem Rücken mit der Zeit seine Spuren hinterlassen... Hämatome und Quetschungen gehören scheinbar dazu... Genug gejammert, jetzt wird der Schmerz mit Bier und Leckereien bekämpft ehe es morgen schon weiter nach Rowardennan geht.





Prost. 

Dienstag, 16. Juni 2020

Das Wandern ist der Maries Lust...

März 2020 - Südstaaten USA... Abgesagt
April 2020 - Sächsische Schweiz... Abgesagt
Juni/Juli 2020 - Alaska... Abgesagt

Nun sitzte mit deinem Jahresurlaub da und musst halt gucken wo du hin darfst. Luxusprobleme, aber belastende Probleme.

Was spricht für Deutschland? Einreiseverbot rund um die Welt. 

Was spricht gegen Deutschland? Deutsche. 

Nun gut, versuchen wir es dennoch. 

Bevor man noch auf die Idee kommt ggf. die Wohnung zu renovieren, hilft nur die Flucht aufs Land bzw. ins Tal der Ahnungslosen.

In Zeiten von Verkehrswende und Umweltbedenken Anderer, bei jeglicher Nutzung von Kraftfahrzeugen, schwangen wir uns in die Bahn und machten uns gen Süden auf. Alternativen hatten wir ja auch keine, da die Mietwagenkosten in Deutschland annähernd so hoch wie eine monatliche Rate für ein vollfinanziertes Haus sind und die Region rund um das tschechische Grenzgebiet nicht über einen Flugplatz verfügt. 

Zack rin in die Bahn und ich wusste ich hab Urlaub, als die Mutti vor mir hastig in den Zug einstieg und zielstrebig meine reservierten Plätze ansteuert, um dann mit mir diskutieren zu wollen, ob ich mir denn tatsächlich sicher wäre, dass es sich um meine Plätze handele und ob die tatsächlich reserviert wären... Nicht mit mir. 


Plätze eingenommen und das von der DB angepriesen WLAN Angebot angenommen um zeitnah die Ernüchterung pur zu erleben... 190mb in Deutschland als Datenvolumen, irgendwie nicht mehr zeitgemäß. Mit knapp 25min Verspätung erreichten wir unser Ziel, die Sächsische Schweiz. Genauer Bad Schandau. 

Husch übern Fluss und Sachen in der Unterkunft verstaut, ehe es auf Erkundungstour ging. Hoch hinaus mit der örtlichen Attraktionen - einem Personenaufzug. Nun gut, bei knapp 28 Grad muss es ja nicht die Treppe sein. Einmal den Luchsweg mit der einen oder anderen unplanmäßigen Abzweigung führte uns über die Bergsteigerpromenade zur ersten Pinte. Andis Imbiss oder so, ein Anbau am Wohnhaus im Stile eines Pavillons... Sympathisch.


















Erfrischt ging es zurück in die Unterkunft, ehe wir zur letzten Runde in die Stadt aufbrachen. Aktuell alles ein wenig auf Sparflamme hier, aber gut wir sind ja zum Wandern und nicht zum Feiern hier.

Marie lockte mich mit den Worten: "Los komm, wandern macht Spaß und ist voll toll!" - Werden wir ja sehen, dachte ich mir da schon. 



Also ging es am frühen Morgen direkt los auf die Schrammsteine - Maries Enthusiasmus wich ein wenig... 




















Gott sei Dank, war dies nur ein Teilstück und wir wanderten unter anderem noch zur Breiten Kluft, Carolafelsen, Wilde Hölle und Lichtenhainer Wasserfall. 












Nach guten 12 Kilometern hatten wir keine Lust mehr. 
Begegneten uns in den ersten 2 Stunden lediglich 3 Wanderer, wurden es mit zunehmender Zeit immer mehr und immer dümmere Wanderer, weshalb wir uns für den geordneten Rückzug entschieden.

Jetzt erstmal 5e grade sein lassen und die Sonne genießen.