Samstag, 9. November 2024

Sri Lankas Most Wanted ...

Was der amerikanische Dichter und Essayist Curtis James Jackson III nur lose versprach, halten wir ein - wir nehmen euch mit in den Kandy Shop bzw. mehrere Shops, denn wir mussten ins größte "Einkaufszentrum" der Region, nachdem Marie ne Schraube los hatte bzw. ihr eine fehlte.

Bevor wie aber in meinem Reisetagebuch Vorblättern, blättern wir nochmal 1-2 Seiten zurück und liefern euch noch die versprochenen Fotos.













































Jetzt ab ins Geschehen - nach einer relativ ruhigen Nacht ohne Elefantenbesuch, aber im Anschluss mit einem sehr guten singalesischen Frühstück im Bauch und einer kleinen Birding Session, machten wir uns von Sigiriya nach Kandy auf.






Gute 90km mit dem TukTuk vorbei an Tempeln und Reisfeldern. Verkehr und Straßenbedingungen waren, nachdem wir knapp die Hälfte der Strecke geschafft hatten, auch mehr als akzeptabel, weshalb sich Marie auch mal wieder hinter das Steuer schwang und ein Stückchen fuhr. Lief soweit auch alles gut, lediglich ihren Bleifuß musste ich als nörgelnder Beifahrer immer mal wieder erwähnen. 

Schlagartig wechselte jedoch Maries Laune, als ein Passant, ähnlich gekleidet wie die örtliche Polizei am Straßenrand die Hand raushielt und wild gestikulierte, als Marie ohne zu zucken stumpf an ihm vorbei fuhr und ihn zunächst ignorierte - irgendwann beschlich sie aber augenscheinlich doch das schlechte Gewissen und sie wollte die Karre los werden und eine neue Identität annehmen, da sie Angst hatte, wir ständen jetzt auf der nationalen Fahndungsliste.

Glücklicherweise konnte ich sie beruhigen und davon abhalten, dass TukTuk die Klippen runter zu stoßen - sodass ich wieder das Steuer übernahm und sie sich auf der Rückbank versteckte.

Disclaimer - dies sind meine Wahrnehmungen, nachdem mir Marie erklärte, ich sollte Sachen für den Blog gelegentlich etwas ausschmücken - wegen Content, Attraction und so - ich verstehe diese Instagram/Snapchat/Tinder Jugend einfach nicht ...

Weiter im Text - pünktlich zur Mittags Rush Hour und guten 30 Grad Umgebungstemperatur erreichten wir Kandy. Mitten im Kandy-Tal und angeblich deutlich kühler als das Flachland - konnten wir so nicht bestätigen. Neben der enormen Temperatur herrschte zudem eine enorme Luftfeuchtigkeit.

Unser Hotelier sah uns unsere pure Freude ob des Klimas an und empfahl uns den direkten Weg zum KCC - dem Kandy City Center, dieses sei klimatisiert und direkt neben an, gebe es einen kleinen feinen Food Market, wo man für nen schmalen Taler gut essen kann. Trotz seiner Empfehlung eines Taxis oder TukTuks entschieden wir uns für die Variante zu Fuß, da die Infrastruktur dieser Stadt definitiv nicht für die Anzahl an Autos, TukTuks und Bussen gemacht ist. 

Das Center stand irgendwie eh auf unserer Liste, da Marie wie gesagt ne Schraube brauchte ... da schleppt sie schon gefühlte 35kg Videoequipment mit und dann vergisst sie die Schraube für ihren GoPro Stab ... Gott sei Dank wurden wir direkt im ersten Laden fündig und für gute 2 Euro hat Marie jetzt wieder alle ihre Schrauben beisammen.

Das Center selber hatte in etwa den Charme des Spree Centers Kaulsdorf-Nord - Highlight sollte tatsächlich der Food Market im oberen, anschließenden Bereich des Centers sein. 12 verschiedene Garküchen, die verschiedene Gerichte anboten, von Süß bis Sauer, hin zu Scharf. Gut gestärkt machten wir uns im Anschluss auf, um den Kandy Lake zu umrunden. Ein vor knapp 200 Jahren, vom letzten singalesischen König, künstlich angelegter See mitten in der Stadt.








In und um den See befinden sich einige der Sehenswürdigkeiten Kandys, wie der Badepavillon der Königin, die Insel mit dem ehemaligen Sommerhaus der Königin, sowie der Zahntempel. In diesem lagerte, der Überlieferung nach der linke Eckzahn eines Buddhas. Der Zahn verhilft seinen Besitzer zur Macht über Regen und schützt demnach vor Dürre.

Es findet jährlich eine Prozession statt, bei der der Zahn durch die Stadt getragen wird und die Leute für Regen und gute Ernte bitten. An dieser Prozession nehmen Buddhisten aus aller Welt teil, weshalb Kandy eine der buddhistischen Pilgerstätten ist. 




Nach der Umrundung des Sees dürstete es uns zunehmend, weshalb wir eine der lokalen Etablissements aufsuchen mussten. Nach einer kurzen Erfrischung, entschieden wir uns zurück zum Hotel zu gehen, da es langsam spät wurde und in Kandy die Bürgersteige spätestens um 21 Uhr, eher früher hochgeklappt werden. Unser Hotel lag etwas abseits des Trubels, aber irgendwie immer noch zu nah für uns, da wir von den vergleichsweise vielen Menschen einfach genervt und überfordert waren. Zum Ausklang des Tages entschieden wir uns auf die Spitze des umliegenden Gebirges zu fahren und bei einer trotz etwas smoggeschwängerten Aussicht den Abend bei einem guten Essen zu beenden.






Der Zielort lag wie gesagt etwas abseits und vor allem auf dem Berg, weshalb wir uns für einen TukTuk-Fahrer entschieden - nach kurzer Zielklärung erklärte er, er wisse wo er lang muss ... naja wusste er irgendwie nicht, nachdem wir ihm 3 mal auf Google Maps gezeigt haben, dass er falsch fährt und auch 3-4 Einheimische ihm erklärt haben, dass er falsch unterwegs ist, brachte er uns doch noch zu unserem Ziel.





Unsere nächste Etappe fiel wieder etwas weiter aus, da wir wie beschrieben, auf Grund des unvorhersehbaren Wetters etwas umdisponiert haben. Von Kandy ging es über Nuwara Eliya nach Ella - gute 130km mit dem TukTuk über die schlaglochreichsten und teilweise steilsten Straßen Sri Lankas.

Ich dachte immer Serpentinen fahren mit einem ordentlichen Auto macht Spaß, aber mit einem TukTuk macht das ganze noch viel mehr Spaß, auch wenn es ordentlich auf die Arme geht, da die Dinger keine Servo, kein ESP, kein Nichts haben. Besseres Unterarm-Training ist mir bis hierher nicht untergekommen.

Die Strecke führte uns entlang der vermutlich größten Teeanbaugebiete, die wir jemals gesehen haben. Hätten wir an jeder Teeplantage angehalten, die kostenfreie Proben anbot, wären wir jetzt noch nicht da ...









Kurz nach Nuwara Eliya änderte sich freundlicherweise das Klima auch etwas und phasenweise wurde es gar frisch im TukTuk - leider hielt dies nicht lange an, denn mit Ankunft in Ella waren wir erneut bei 25+X Grad, die sich allerdings deutlich wärmer anfühlten. 








Ella selber ist eine Mischung aus Yoga-Retreat, Ballermann, Ayurvedakur und Teehaus. Hier treffen sich gefühlt alle Arten von Touristen, positiv hierbei ist tatsächlich festzustellen, dass alle irgendwie miteinander klar kommen und freundlich sind - mit kleinen Ausnahmen, wie wir feststellen mussten. Russische Reisebusgruppen und französische Teenager zeichnen sich nicht durch ihre Kommunikations- oder Interaktionsfreude aus ... kurzum, die kriegen ihr Maul nicht auf um zu Grüßen oder Bitte und Danke zu sagen.

Wie bzw. wobei haben wir das festgestellt? Es stand das klassische Ella Touri Programm auf dem Plan und zunächst ging es auf den Little Adams Peak. Eine kleine entspannte Wanderung mit knappen 150 Höhenmetern und ein paar relativ kleinen und engen Treppenabschnitten - und dort konnten wir unsere Sozialstudien betreiben. Die vermeintliche Russische Reisetruppe bzw. deren Teilnehmende erfüllten leider sehr viele Stereotypen - auf-, unter- und weggespritzte Körperteile bzw. Partien und ebenso, wie augenscheinlich die Französ:innen nur ihrer eigenen Sprache fähig und nicht in der Lage sind sich zu bedanken, wenn man ihnen Platz macht, wenn sie zu 36st wie eine Elefantenhorde an dir vorbei rammeln und dich fast die Klippen runterstürzen lassen.










Nach der Besteigung des Little Adams Peak, ging es weiter zur Nine Arch Bridge. Ein Überbleibsel der britischen Kolonialzeit und vermutlich eines der beliebtesten Motive von Instagramern. Die Brücke selber ist gute 120 Jahre alt und besteht, wie der Name vermuten lässt, aus 9 Bögen - die wenigsten Leute hier interessieren sich vermutlich für die Architektur - spannender für die ist vermutlich die Tatsache, dass man unbehelligt auf den Gleisen rumturnen kann und theoretisch Selfies mit dem an einem vorbei fahrenden Zug machen kann ... naja jeder wie er es braucht, es soll ja auch Menschen geben die freiwillig sich so nen Unsinn wie Mario Barth, Dieter Nuhr oder Borussia Dortmund antun, warum auch immer.









Dabei kam uns unser missliches Zeitmanagement tatsächlich mal zu Gute - die Besteigung des Little Adam Peaks und der Besuch der Nine Arch Bridge wird in verschiedenen Artikeln als ganztags Programm verkauft - wir waren jedoch nach guten 3 Stunden mit der Nummer durch und fast wieder im Hotel, als sich hier die Schleusen geöffnet haben und neben Hunden und Katzen, auch reichlich Regen vom Himmel kam. Der Regen hielt trotz angekündigter 2 Stunden ganze 18 Stunden mit kurzen Unterbrechungen durch, so dass der gestrige Tag bei Live Musik im lokalen Pub beendet werden musste. Am heutigen Morgen zeigte sich der Himmel ebenfalls stark bedeckt, weshalb wir relativ unsicher waren, wo es uns den Vormittag hintreiben sollte - letztlich entschieden wir uns für einen entspannten Spaziergang auf den Bahngleisen ... eine blutige Angelegenheit, aber dazu mehr im nächsten Blogeintrag.

Am Sonntag werden wir uns gen Süden nach Tangalle begeben, erneut gute 140km, von dort melden wir uns wieder. Bis dahin schönes Wochenende.

  

Dienstag, 5. November 2024

Tuk Tuk Ultras

Auch wenn Südostasien in Form von Vietnam nicht wirklich unserer Fantasie von Urlaub entsprach und wir großspurig wie wir gelegentlich sind, uns vom Asiatischen Kontinent losgesagt hatten, sollte es dennoch nochmal zurück gehen. Nicht ganz der Osten, sondern eher der Westen steht diesmal auf dem Plan.

Die Träne Indiens oder wie der Kenner sagt Cylon. Kurzum Sri Lanka ist das Ziel für den letzten Abstecher in 2024.

Die Anreise von Berlin üblicherweise nicht ganz so einfach. Statt erneut über Doha zu fliegen entschieden wir uns diesmal für Berlin - Istanbul - Colombo. Turkish Airlines bewirbt zwar exzellenten Service und Hightech, lässt dies auf Langstreckenflügen aber vermissen - zumindest bei unserem Flug hatten wir eine in die Jahre gekommene Maschine und eine Crew die an Unfähigkeit und Motivationslosigkeit kaum zu übertreffen war. 

Vlt. auch noch ein Wort zum achso tollen 5 Sterne Airport Istanbul... Nicht nur nen Marathon von Gate A nach B notwendig, nein man muss außerdem durch 25 Boutiquen von Hermes, Boss und Prada rennen ... Macht Sinn in nem Land mit ner geschätzten Inflationsrate von 61% und einem BIP von 12700$ pro Kopf. Da findeste für den 18,50€ Burger bei BurgerKing natürlich reihenweise Abnehmer ...

Vermeintlich arme Länder, wie Sri Lanka ziehen auch immer wieder junge, ambitionierte Menschen an, die sich sozial engagieren möchten - sehr gut - man stellt sich nur die Frage was die anderen Menschen beibringen wollen, wenn sie augenscheinlich die Fähigkeit verloren haben sich wie ein normaler Mensch in einen Flugzeugsitz zu setzen und sich halbwegs in das soziale Gefüge um einen herum einzubringen. Nach der 4. Yoga-Übung, bei der sie ihre Gliedmaßen versuchte durch meinen Sitz zu bohren, war dann auch endlich Urlaubsstimmung bei mir und ich konnte endlich wieder hassen ... 

Maries wachsamen Auge entging dies nicht und so übernahm sie freundlicherweise die Zurechtweisung der Göre ...

Mit ner guten Stunde Verspätung landeten wir nach etwas mehr als 9 Stunden bei angenehmen 28 Grad und 2000% Luftfeuchtigkeit in Colombo. Einreise und der ganze Schnullipups ging selten so entspannt.

Nachdem der halbe Flieger scheinbar die Bargeldreserven der ortsansässigen Geldautomaten geplündert hatte, hieß es warten und anstehen, beim Einzigen noch funktionieren Automaten. Immer wieder ein schönes Schauspiel wenn Leute zum ersten Mal ihre VISA Karte einsetzen und vollkommen überfordert sind mit den Menüpunkten am Automaten.

Mit reichlich Verspätung von unserer Seite (Danke an Turkish Airlines & die nicht funktionierenden Geldautomaten) empfing uns in der Lobby ein netter Herr dessen Name uns direkt wieder entfallen ist. Er war unser bestelltes Shuttle zum Hotel bzw. augenscheinlich irgendein Mittelsmann, denn nach der Begrüßung wurden wir im Raucherbereich geparkt und er hat angefangen wild zu telefonieren und war zwischenzeitlich einfach weg ... Irgendwann war er wieder da und lotste uns zum Taxistand und bugsierte uns in ein Auto, dass augenscheinlich wusste wo wir hin wollten. Der Fahrer hatte maximale Gesprächslaune und erzählte uns dies und das und sein Bruder lebt auch in Berlin, naja das übliche halt, jeder kennt jemanden, der jemanden kennt.

Der Gute fuhr uns nach Negombo, eine Vorstadt von Colombo, quasi das Strausberg Sri Lankas. Hier erhofften wir uns etwas Ruhe, bevor wir am Nachmittag unser Gefährt für die kommenden Tage entgegennehmen sollten. Aber denkste Puppe, mit Ankunft 8:30 Uhr im Hotel war natürlich nichts frei und wir mussten unsere übermüdeten Kadaver irgendwie in Bewegung halten, sonst wären im Stehen eingeschlafen. 




Also direkt die nähere Umgebung erkundet und erstmal einen Spot zum Frühstücken gesucht. War gar nicht so einfach, da auf'n Samstag scheinbar ausschlafen angesagt ist und die Hälfte der Läden noch geschlossen hatte. 




Wir fanden etwas Abseits in einem Hinterhof, dann doch noch ein Lokal und wurden mehr als herzlich von den beiden Kellern/Köchen/Teilhabern in Empfand genommen. Nach einem ausgezeichneten Pan Kotti, ging es mit kurzem Umweg über den Strand zurück in die Unterkunft. 


Man hatte zwischenzeitlich die Vormieter des Zimmers des Hauses verwiesen und kurz durchgefeudelt, so dass wir direkt in die Kajüte konnten und einen kurzen Powernap einlegten. Nach dem Bubu, gab's noch ne schnelle Dusche, eh Marie uns ein Transport zum Autoverleih bestellte.

Dort angekommen, hieß es kurz warten und schon waren wir mitten in der Instruktionen, wie wir mit unserem Gefährt die kommenden Wochen umzugehen haben und was zu beachten ist, schließlich handelt es sich um ein 

Bajaj RE

470cc

6,27 kW

Öl gekühltes Tuk Tuk




Nach der kurzen Einweisung wurden wir auch direkt hinters Steuer gebeten und sollten uns im Feierabendverkehr von Colombo beweisen. Trotz aller Unkenrufe lief es erstaunlich gut, Marie machte den Anfang und wusste schnell mit den praktischen Grundlagen zu überzeugen, ich wiederum wusste eher bei den unnützen Stunt-Manövern zu brillieren. Gute 60min später gab's nen Handschlag, ein paar Warme Worte und dann wurden wir mit dem Tuk Tuk vom Hof gejagt. Die Fahrt zur Unterkunft verlief tatsächlich unspektakulär, keine Toten, keine Verletzen, keine Beulen, aber dennoch perfekt getimt, denn kurze Zeit nach Ankunft zeigte Sri Lanka seine feuchte Seite und es goss wie aus Kübeln.

Ab Sofort könnt ihr uns TukTuk Ultras nennen ...


Da man bei Dunkelheit und Regen nicht soviel machen kann und wir auch etwas übermüdet waren, gab's noch 1-2 Bier und ein unglaublich gutes Koti Rotti sowie gebratenen Reis, ehe wir den Rückzug antraten.

Nicht nur Samstag schläft man scheinbar aus, sondern auch Sonntags wie wir feststellen mussten, als wir kurz nach 7:30 Uhr nach Frühstück fragten und uns die Dame mit etwas bedauerlichem Blick erklärte, vor 8:30 Uhr gäbe es sowas nicht. Warten war für uns keine wirkliche Alternative und so beluden wir unser Tuk Tuk und machten uns auf nach Sigariya. Gute 150km von Negombo entfernt - bei einer maximalen Geschwindigkeit von 40km/h mit dem Tuk Tuk, dann doch ein ordentlicher Ritt. Über die schönsten Seitenstraßen Sri Lankas, vorbei an Reisfeldern, Tempeln und kleinen Dörfern, begegneten uns Zeitnah bereits die ersten tierischen Bewohner Sri Lankas. Neben hunderten von wilden Straßenhunden, gesellten sich irgendwann auch ein paar Pfauen, Geckos, Frösche und Affen dazu. 

Zum Straßenverkehr kann ich bisher nur sagen, alles halb so wild. Nicht viel denken, einfach fahren - lediglich das Kräftemessen mit einem Bus oder LKW sollte man sich sparen, ansonsten war ich selten so ruhig und gelassen beim Fahren im Ausland - Marie hatte kurz Angst ich hätte einen Hirnschlag oder so, weil ich nicht wild rumgezetert habe und meine Beleidigungen auch bei jeder Jugendschutzprüfung durchgegangen wären.

Unsere heutige Unterkunft trägt den Namen "Nice View" ... Zu Recht muss man sagen, denn vom Eingang der Lodge hat meinen unverbauten und freien Blick auf den Lions Rock. Einem Magmablock auf dessen Gipfel vor über 1500 Jahren eine Felsstadt errichtet wurde, die man heute, zusammen mit hunderten Touristen in den Morgenstunden besuchen kann und dem Sonnenaufgang frönen kann.


Also absolut was für uns Menschenfreunde, weshalb wir uns auch trotz durchaus vorhandenen Interesse gegen den Aufstieg entschieden haben und lieber die Wälder und Wege um den Berg herum erkundeten. Die verfügbaren Wetterberichte boten von Sonnenschein den ganzen Tag bis Monsum ab 8 Uhr morgens so ziemlich alles an, was die Planung generell etwas erschweren sollte. 

Nach guten 2 Stunden raumsparzieren und Affen fotografieren, setzte tatsächlich ein monsunartiger Regenfluss ein, den wir bei einem ausgezeichneten Rotti in einer kleinen Hütte am Straßenrand beobachteten. 










Nachdem der gröbste Regen nachgelassen hatte, machten wir uns mit unserem TukTuk zurück zur Unterkunft, da wir zum Mittag von einem Guide abgeholt werden sollten, der uns einen der näheren Nationalparks schmackhaft machen wollte. Gute 200m vor unserer Unterkunft standen wir vor einem riesigen Haufen Erde, der uns die Weiterfahrt verunmöglichte... Nachdem ich mit den Füßen etwas vom Erdhaufen verteilt hatte und eine "Durchfahrtspassage" geschaffen hatte, bestätigte Marie - sollte passen, da können wir dran vorbei. 

Tja Augenmaß ist scheinbar nicht unsere Stärke, denn in der Mitte der Passage, wurde der Weg doch noch etwas schmaler und Zack war das Hinterrad des TukTuk im Graben und damit verbunden wir und das ganze Gefährt in Summe auch.

Es dauerte knappe 5 Sekunden, dann standen bereits 2 feixende Bauarbeiter hinter uns und boten sofort ihre Hilfe an - ich war noch nicht mal richtig raus aus dem TukTuk, da saß einer der Jungs schon am Steuer und der andere schob und wippte das Teil hin und her. Ca 2 Minuten später standen wir wieder auf der Straßen, bekamen das Gefährt von den Jungs noch gereinigt und ein lachendes High Five besiegelte den Abschluss der Rettungsaktion. Wir hatten unser TukTuk wieder und die Jungs hatten ihre Karmapunkte für den Tag gesammelt.

Für den Nachmittag entschieden wir uns, wie gesagt, für den Fahrdienst in Form eines Guides, der uns in den nahegelegenen Kaudula Nationalpark fuhr. Auf den Weg dort hin, sagte er kurz es könnte ggf. regnen, weshalb er das Tempolimit ignoriert und wie ein Geisteskranker zum Park fuhr ... von oben wurden wir nicht nass, aber unten rum, kann ich nicht garantieren ... 

Gute 10km vor dem Park kreuzten bereits die ersten Elefanten unsern Weg und Marie war direkt glückselig. Am Park meinte unser Guide noch, dass der Park in 3 Tagen schließt, wegen dem Regen und so - wir sollten im Verlauf der Tour verstehen was er meint, da nach knapp 5km im Park quasi keine Straßen mehr existierten und wir durch überschwemmtes Gebiet fuhren, um irgendwie von A nach B zu kommen. Wir hatten viel Vertrauen in unsern Guide und er auch glücklicherweise in sich und seinen Jeep ... mal wieder ein 3 Tonnen Panzer aus indischer Fabrikation, natürlich mit Heckantrieb ... in jedem anderen Land, hätten sie dich erschossen, wenn du mit der Karre bei dem Untergrund auftauchst, spielt hier aber scheinbar keine Rolle.

Im Park bekommen wir trotz oder gerade wegen der überschwemmten Gebieten, aber doch reichlich Tiere zu sehen. Neben Wasserbüffeln, Kingfishern, Pelikanen, Affen, Schakalen, Schlangen, Leguanen und Adlern, standen natürlich auch 40-50 Elefanten dumm in der Gegend rum. 












Kleiner Wehrmutstropfen bei der Tour, war die etwas aufdringliche Art mancher Tourguides und das Verhalten einzelner, die die Tiere förmlich bedrängten und durch den ganzen Park plärrten.

Für alle die behaupten zeitnah ein Kind zu gebären - Lüge! Kann gar nicht sein, da gefühlt jeder Storch der nördlichen und südlichen Hemisphäre die Wintermonate im Park verbringt. Zu hunderten oder gar tausenden sitzen die Viecher hier rum.

Nach guten 6 Stunden in und um den Park, ließen wir den Abend nach einer erneut rasanten Fahrt gemütlich in einem der kleinen Lokale im Ort ausklingen. Pünktlich zur Schlafenszeit setzte auch monsunartiger Regen ein, der uns in die Nacht wog.

Etwas verwundert wachten wir heute früh auf, da wir eine Mitteilung unseres Vermieters um 2:30 Uhr nachts erhielten - wir mögen das Haus nicht verlassen, da vor der Tür 2 Elefanten stehen ... naja war uns egal, da wir die Nachricht erst mit 4 Stunden Verspätung gelesen haben. Bei einer kurzen Besichtigung des vermeintlichen Sichtungsortes des Elefanten, musste ich kurz zucken, da dieser sich ca. 2 Meter neben unseren TukTuk befand - aber außer einem riesigen Haufen dampfender Elefantenexkremente, war da zum Glück nichts.

Nach dem Frühstück ging es heute zum Pahala Thalkote Wewa - einem See im Nordwesten von Sigeriya. Ein netter Spaziergang bei knapp 30 Grad in der Sonne stand an - gute 9km, also entspannt, aber dennoch schweißtreibend. Der Weg führte uns vorbei an kleinen Reisfeldern, verlassenen Hütten, Elefantenkacke und vielen unglaublich netten Einheimischen.

Nachdem wir kurz falsch abgebogen waren, wurden wir kurzerhand von einem Rudel wilder Hunde umzingelt, die uns zunächst sehr skeptisch beäugten und relativ aufgeregt wirkten. Die Aufregung galt aber nicht uns, sondern wie sich herausstellen sollte den Hanuman Languren im Baum über uns.

Aus der Aufregung wurde kurzerhand Gebelle und Gerenne, ehe die Affen vertrieben waren und die Hunde eine neue Betätigung brauchten - kurzerhand schlossen sich die 3 uns an und spazierten gute 5 Kilometer mit uns zum See und wieder zurück. Auf dem Weg zum See bildeten sie unsere Vorhut und waren stets darauf bedacht uns den Weg frei von Leguanen, Elefanten und sonstigen Tieren zu halten.











Die letzten Stunden in Sigiriya gelten jetzt der weiteren Reiseplanung - da wir auf Grund des Wetters kurz umdisponieren müssen - bei Monsun auf einen Berg wandern, macht wenig Sinn, selbst für uns Knallköpfe.

Morgen geht es dann in den Candyshop ... natürlich nach Kandy - man war der flach, schäme mich förmlich ... Grüße gehen an Carlo raus

PS: beim nächsten Eintrag gibt es vlt. ein paar Fotos mehr - die Uploadgeschwindigkeit hier vor Ort lässt aktuell leider nur eine begrenzte Auswahl an Bildern zu.